reflections

Von Mixa und anderen Rückständen

Deutschland entwürdigt die Frauen. Aber nicht, weil Frauen immer noch viel weniger für die gleiche Arbeit verdienen. Und auch nicht, weil sie viel seltener Chefs werden. Bei gleicher Qualifikation. Und schon gar nicht wegen Dieter Bohlen oder Besenkammern. Nein! Deutschland entwürdigt die Frauen, weil es demnächst wahrscheinlich mehr Krippenplätze für die Kinder gibt als vorher. Das sagt der Bischof Mixa. Und der muss es ja wissen. Schließlich ist er Bischof und hat als solcher den universellen Durchblick. Außerdem ist er ja Bayer. Deshalb versteht er auch mehr von den Frauen als z.B. der Meißner.

Jedenfalls findet der Mixa, dass mehr Krippenplätze die Frauen entwürdigen, weil sie so zu Gebärmaschinen gemacht werden. Das habe ich zuerst nicht verstanden. Aber dann hat der Mixa das noch ein paar Mal erklärt. Das mit der weiblichen Entwürdigung. Also, man muss sich vorstellen: so eine Frau gebiert ein Kind. Das Kind geht in die Krippe und die Frau arbeiten. Dann hat die Frau das Kind ja nur ausgetragen. Kümmert sich aber nicht weiter um das Kind. Wahrscheinlich liebt sie es noch nicht einmal. Deshalb ist sie dann wie einer dieser Brutkästen aus der Geflügelindustrie und ist eben kein Mensch mehr und das ist entwürdigend. Findet der Mixa. Das habe ich verstanden.

Was ich aber nicht verstanden habe, ist, warum der Mixa sich nur um die Würde der Frau sorgt. Die Männer betrifft das doch alles auch. Eigentlich betrifft es sie viel härter. Schließlich gebiert der Mann nicht einmal. Kein Brüten, kein Garnix. Lediglich das Erbmaterial darf er beisteuern. Das beteiligt ihn laut einer Statistik mit durchschnittlich 3 Minuten an einem Prozess, der ein Leben lang dauern könnte. Das reduziert ihn auf das Niveau eines Besamungsautomaten, wie man das aus der Pferdezucht kennt. Das finde ich auch entwürdigend – Minimum. Aber das interessiert seit Jahrhunderten wirklich niemand. Auch nicht den Mixa.

Der Kardinal Meißner sieht das alles ganz anders. Mehr von der positiven Seite. Der sagt nämlich: Kinder sind ein Geschenk. Und Ausdruck der Lebensfreude. Deshalb will er, dass insbesondere die Mütter länger bei den Kindern bleiben. Damit sie die Lebensfreude spüren und weil es eben ein Geschenk ist. Das finde ich sehr nett von dem Meißner. Dass er sich so um die Frauen kümmert. Aber ich finde es doch ein bisschen traurig, dass der Meißner den Männern so gar keine Lebensfreude zugestehen will. Ich kann ja verstehen, dass er und der Mixa sich mehr um die Frauen sorgen als um die Männer. Für katholische Bischöfe müssen Frauen ja was besonderes sein. Schließlich arbeiten in ihrer Kirche ja gar keine Frauen. Und wenn doch mal, dann sind die verschleiert, und mit der Lebensfreude des Gebärens haben die auch nichts am Hut.

Vielleicht glauben sie ja, dass die Männersorge die Kollegen von der evangelischen Kirche für sie übernehmen können. So quasi als interkulturelles Austauschprogramm. Jeder trage des Anderen Last und so. Da hat er bestimmt an seine evangelische Kollegin, die Bischöfin Käßmann gedacht. Die kann aber im Moment nicht, denn die ist von den Überlegungen des Mixa ganz sprachlos geworden. Hat sie zumindest gesagt. Außerdem hat sie noch gesagt, dass der Mixa die Erzieherinnen beleidigt. Die würden nämlich ganz Hervorragendes leisten. Ich finde, sie sagt recht viel – dafür dass sie sprachlos ist. Und sie kümmert sich auch wieder nur um die Frauen. Zumindest die Frauen, die Erzieherinnen sind.

Fair ist das alles nicht.

Eure Doris

18.4.07 18:19

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen


Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung